GARDE-ROBE
Amtstracht für moderne Juristinnen und Juristen

 

Geben Sie Tradition ein neues Gewand und beschreiten Sie mit der GARDE-ROBE klassische Wege mit modischer Eleganz!

Die GARDE-ROBE ist die erste Robe, die in Form und Proportion ganz auf die Bedürfnisse moderner Juristinnen und Juristen zugeschnitten ist. Gefertigt aus feiner Wolle mit Seidenbesatz sorgt die GARDE-ROBE für einen stilsicheren Auftritt vor Gericht. Auf unnötige Weiten haben wir verzichtet und der Robe so einen edlen, puristischen Look gegeben. Traditionelle Formen und typische Merkmale haben wir dabei berücksichtigt und behutsam an die Anforderungen selbstbewusster Juristinnen und Juristen angepasst. Entstanden ist so ein modisches Kleidungsstück, das gleichzeitig alle Vorgaben an eine Berufstracht für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte erfüllt (mehr zu den rechtlichen Vorgaben unter „GESCHICHTE“). War die GARDE-ROBE zunächst nur für Juristinnen gedacht, so hat sie Anfang des Jahres 2016 damit begonnen, auch die juristische Männerwelt einzukleiden. Die GARDE-ROBE für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ist in unserem Online-Shop erhältlich.

 

 

Genau meine Kragenweite!

Unterstreichen Sie die puristische Eleganz Ihrer neuen Robe mit einem edlen Blusenkragen von GARDE-ROBE. Unsere Betrügerchen werden unter der Robe getragen und bestehen nur aus einer Kragenvorder- und –rückseite. Ziehen Sie unser Betrügerchen im Sommer spontan über ein T-Shirt oder Sommerkleid für einen perfekten Auftritt vor Gericht – auch ohne weiße Bluse. GARDE-ROBE Betrügerchen in unserem Online-Shop erhältlich.

 

 

 

 

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ES WAR EINMAL...EIN SCHWARZER MANTEL

 

Die Robe als Amtstracht der Berufsträger vor Gericht hat eine lange Tradition. Sie ist Teil eines Rituals, das zum einen der Gerichtsverhandlung besondere Würde verleiht und damit den beteiligten Rechtssuchenden Respekt für ihr Anliegen zollt. Zum anderen führt das Anlegen der Robe dazu, dass die Person selbst zurücktritt und zu einem objektiv handelnden Organ der Rechtspflege wird. Das Bundesverfassungsgericht formulierte im Jahr 1970 insoweit eine „Atmosphäre der Ausgeglichenheit und Objektivität“, die durch die Robe geschaffen wird und die der Rechts- und Wahrheitsfindung dient.

 

Etwas pragmatischer sah König Friedrich Wilhelm I. von Preußen die Robe als er sie im Jahr 1726 verbindlich vorschrieb: „Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann.“

 

Deutlich jünger als die Geschichte der Robe ist die Geschichte erfolgreicher Juristinnen in Deutschland. Denn erst im Jahr 1922 wurde in München die erste Rechtsanwältin zugelassen und nur wenige Jahre später, in den Zeiten des Nationalsozialismus, waren Zulassungen von Rechtsanwältinnen nicht mehr möglich und bereits als Richterin tätige Juristinnen wurden in die Verwaltung abgeschoben.

 

Als das „Merkblatt über die Amtstracht bei den ordentlichen Gerichten“ für das Land NRW im Jahr 1963 erlassen wurde, waren daher Juristinnen, die vor Gericht auftraten, eine absolute Rarität. So verwundert es kaum, dass die Verfasser der vorgeschriebenen Form für Roben auf weibliche Figuren keine Rücksicht nahmen. Vorgeschrieben ist ein „Besatz, der an der Rückenmitte und auf den Schultern etwa 16 cm breit“ ist, sich dann „etwa zwischen dem oberen und zweitem Knopf auf 11 cm“ verschmälert und „in dieser Breite bis zur unteren Kante“ verläuft – ohne Rücksicht auf die anderen Proportionen zierlicher Damen. Zudem bleiben „Wäschekragen und der weiße Langbinder“ gut sichtbar. Eine abweichende Form der Robe bei abweichender Figur einer weiblichen Berufsträgerin ist nicht vorgesehen. Das Merkblatt ist bis heute in NRW in Kraft genauso wie ganz ähnliche Regelungen in anderen Bundesländern. Es gilt jedoch nicht für Rechtsanwältinnen (mehr dazu und "RECHTLICHES"). Moderne Rechtsanwältinnen können daher mit ihrem eleganten Auftreten vor Gericht in der GARDE-ROBE dazu beitragen, dass die Geschichte der Robe fortgeschrieben wird.

 

RECHTLICHES

IST ES ERLAUBT, EINE SPEZIELLE DAMENROBE ZU TRAGEN?

 

Die Frage, wie eine ordnungsgemäße Robe aussehen muss, hat eine berufsrechtliche und eine sitzungspolizeiliche Dimension.

 

Berufsrechtlich sind Rechtsanwältinnen allein durch § 20 BORA in Verbindung mit § 59 b Abs. 2 Nr. 6c) BRAO und damit durch Bundesrecht gebunden. Hiernach trägt „der Rechtsanwalt vor Gericht als Berufstracht die Robe, soweit das üblich ist.“ Genauere Vorgaben zu Form und Aussehen gibt es nicht. Damit bedarf es der Auslegung, wie eine „Robe“ beschaffen sein muss, wobei das Hauptaugenmerk dieser Auslegung auf der traditionellen, gewohnheitsrechtlichen Form der Robe liegt und auf dem Zweck, den sie erfüllen soll.

 

Die traditionelle Form beinhaltet einen schwarzen Mantel (bzw. Sonderfarben für bestimmte Berufsträger), der an den Kanten aneinanderstößt und V-förmig den darunter liegenden Kragen erkennen lässt, einen Besatz und weite Ärmel. Die Robe dient dem Ritual einer würdevollen Gerichtsverhandlung und soll den Berufsträger optisch in ein Organ der Rechtspflege „verwandeln“. Damit muss sie groß und lang genug sein, um die darunter liegende Kleidung zu verdecken. Zudem dient der Besatz aus Seide als Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Berufsträgern. Eine andersfarbige Robe oder aber eine Robe ohne Besatz würde damit die Anforderungen nicht erfüllen. Die Garde-Robe, die sich unter Beachtung traditioneller wie zweckmäßiger Anforderungen an weibliche Proportionen anpasst, ist dagegen eine „Robe“ im Sinne des § 20 BORA.

 

Für Richterinnen, Staatsanwältinnen und Amtsanwältinnen haben die Bundesländer auf landesrechtlicher Ebene Regelungen mit unterschiedlicher Regelungstiefe getroffen. Das „Merkblatt über die Amtstracht bei den ordentlichen Gerichten“ aus NRW mit zentimetergenauen Vorgaben über die Breite des Besatzes gilt in sehr ähnlicher Form auch in Niedersachsen und Bayern.

 

Noch ungeklärt ist derzeit, inwieweit die Abweichungen der Garde-Robe von den zum Teil zentimetergenauen Vorgaben bestimmter Bundesländer dazu führen, dass die Form der Garde-Robe für Juristinnen im Staatsdienst (Richterinnen, Staatsanwältinnen, Amtsanwältinnen) nicht mehr ordnungsgemäß ist. Entsprechende Anfragen werden derzeit bei den Justizministerien der Länder gestellt.

 

Für Rechtsanwältinnen finden jedoch die landesrechtlichen Regelungen keine Anwendung, da sie berufsrechtlich allein durch Bundesrecht, d.h. § 20 der Berufsordnung für Rechtsanwälte gebunden sind und die entsprechenden bundesrechtlichen Regelungen auch nicht durch Landesrecht konkretisiert werden.

 

Die sitzungspolizeiliche Dimension der Robe findet sich in § 176 des Gerichtsverfassungsgesetzes wieder. Hiernach obliegt die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Sitzung dem Vorsitzenden. Unter Berufung auf diese Vorschrift kann daher der Vorsitzende Rechtsanwälte von einem Verfahren ausschließen, die durch ihre Kleidung den ordnungsgemäßen Ablauf der Verhandlung gefährden. Dies erfolgte in der Vergangenheit etwa bei Anwälten, die unter der Robe keine Krawatten tragen wollten (BVerfG 1 BvR 210/12) oder ganz auf die Robe verzichteten (OLG Karlsruhe, NJW 1977, 309; KG Berlin, NJW 1970, 482).

 

Die GARDE-ROBE entspricht in Form und Aussehen sowohl der gewohnheitsrechtlichen Tradition als auch der ihrem Zweck entsprechenden Form und ist daher nicht geeignet, den ordnungsgemäßen Ablauf der Verhandlung zu gefährden. Ein Ausschluss von einer Gerichtsverhandlung aufgrund des Tragens einer GARDE-ROBE ist daher nicht zu befürchten.

 

Ausblick

 

Die Gründung der Garde-Robe dient zum einen dem Selbstverständnis moderner Juristinnen, die ihre Amtstracht in einer zu ihnen passenden Form wählen können. Ziel der Garde-Robe ist es jedoch auch, die Vorschriften, die derzeit Juristinnen im Staatsdienst zumindest formal an eine Amtstracht binden, die ihnen nicht gerecht wird, zu hinterfragen. Wir wünschen uns, dass den Landesregierungen der verschiedenen Bundesländer bewusst wird, wie wenig zeitgemäß die bestehenden Regelungen sind und dass sie entsprechende Konsequenzen ziehen. Wer immer uns bei diesem Vorhaben mit Ideen, Stellungnahmen, Eingaben bei Personalvertretungen im öffentlichen Dienst, Anfragen in Justizministerien oder Möglichkeiten für Vorträge oder Podiumsdiskussionen unterstützen möchte, ist herzlich willkommen!
Anfragen bitte über unser Kontaktformular.

Ulla Kraus
Designerin

Ulla Kraus ist ausgebildete Damenschneiderin und hat an der Modeschule Düsseldorf studiert. Sie arbeitet freiberuflich als Kostümschneiderin und hat schon an vielen internationalen Theater-, Film- und Opernproduktionen mitgewirkt. Ulla betreibt außerdem eine Nähwerkstatt in Hilden und gibt Nähkurse.

 

Dr. Laura Kubach
Rechtsanwältin

Laura Kubach ist Rechtsanwältin im IT-, Telekommunikations- und Medienrecht. Sie hat in einer internationalen Großkanzlei gearbeitet bis sie schließlich Partnerin in einer auf IT-Recht spezialisierten Kanzlei in Düsseldorf wurde. Lange suchte sie nach einer gut sitzenden, schönen Anwaltsrobe und bat schließlich Ulla um Hilfe. Gemeinsam entwickelten sie nach Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen den eleganten Look für moderne Juristinnen: die GARDE-ROBE.